Mittwoch, 27. April 2011

Die Bibel und ich

von einem, der auszog, das buch der bücher wörtlich zu nehmen

von A.J. Jacobs

hab seit "jesus liebt mich" von david safier nicht mehr soviel gelacht wie bei diesem buch!

der autor nimmt sich vor, ein jahr lang, so genau wie möglich alle gebote der bibel zu befolgen. er quält sich durch diverse bibelübersetzungen und kommentare, besucht rabbis, israel, holt sich rat von diversen jüdischen und christlichen experten.  die über 800 gebote, die er im buch der bücher findet, schafft er natürlich nicht einmal annähernd. außerdem hat man den eindruck, dass er am häufigsten mit den vermeintlich obskuren praktiken liebäugelt. z.b. weiße gewänder tragen, den bart nicht stutzen, die harfe spielen, und der ganzen vielfalt der alttestamentlichen speisevorschriften. trotz aller vorgegebenen offenheit ist er doch ein von sich selbst eingenommener agnostiker, der seine zwangsneurosen zelebriert.

er führt mit freude religiöse spinner vor u.a. rechtsradikale fundamentalisten mit der für ihn unglaublich dumm naiven kreationismusbewegung (obwohl sie ihn mit viel sachlichkeit und intellekt eines besseren belehren, bleibt er bei seiner meinung ...), church of god with signs following, red letters christians (sehr liberale bzw soziale christen, über die er erstaunlich wenig berichtet ....?!) christian polygamy movement, außerdem eine vielzahl jüdischer gruppierungen mit diversen faszinierenden praktiken, usw.

das buch ist ein kurzweiliger, amüsanter und informativer streifzug durch den jüdisch christlichen religionsdschungel amerikas.
interessant ist, wieviel angst der autor manchmal hat, sich ganz auf den glauben einzulassen; und wie er immer wieder - teilweise mit einem gewissen maß an kraftanstrengung - auf seinen agnostizistischen standpunkt als den intellektuellen beharrt.

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